„Und er sagte zu seinen Jüngern: Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Das Leben ist wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung. Seht auf die Raben: Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben keinen Speicher und keine Scheune; denn Gott ernährt sie. Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel! Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?
Wenn ihr nicht einmal etwas so Geringes könnt, warum macht ihr euch dann Sorgen um all das übrige?
Seht euch die Lilien an: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Darum fragt nicht, was ihr essen und was ihr trinken sollt, und ängstigt euch nicht! Denn um all das geht es den Heiden in der Welt. Euer Vater weiß, dass ihr das braucht.
Euch jedoch muss es um sein Reich gehen; dann wird euch das andere dazugegeben.
Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben. Verkauft eure Habe, und gebt den Erlös den Armen! Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frißt. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“ (Lk 12, 22-34)
Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? – Fürchte dich nicht, du kleine Herde! – Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. –
Halten wir diese drei Sätze in unseren Alltag, damit wir uns vor übertriebener Sorge hüten, damit wir Zuversicht und Gottvertrauen lernen, damit wir dem Raum geben, was uns wirklich wichtig ist.
„Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten.
Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Cent? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. Wenn man euch vor die Gerichte der Synagogen und vor die Herrscher und Machthaber schleppt, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt. Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst.“ (Lk 12, 4-8.11-12)
Fürchtet euch nicht. Gott sorgt sich um euch. Er vergisst nicht, was er geschaffen hat: Die Spatzen nicht, die Menschen nicht und nichts von dem, was sie brauchen. Wir dürfen ihn bitten um Abhilfe oder Ausgleich.
Fürchtet euch nicht, zu eurem Glauben zu stehen. Für kritische Fälle ist euch Gottes Beistand verheißen.
Fürchtet euch nicht. Selbst wenn es ans Leben geht. Gott hat ein größeres Leben für euch bereit.
Man soll nur dies fürchten, zu viel Furcht zu haben. (Mary Ward)
„Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen. Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt.“ (Lk 8, 16-17)
„Niemand zündet ein Licht an und stellt es in einen versteckten Winkel oder stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf einen Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen. Dein Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird auch dein ganzer Körper hell sein. Wenn es aber krank ist, dann wird dein Körper finster sein. Achte also darauf, dass in dir nicht Finsternis statt Licht ist. Wenn dein ganzer Körper von Licht erfüllt und nichts Finsteres in ihm ist, dann wird er so hell sein, wie wenn die Lampe dich mit ihrem Schein beleuchtet.“ (Lk 11, 33-36)
Die Botschaft muss ans Licht, die Botschaft muss zu den Menschen. Wenn die Boten schwiegen, würden die Steine davon schreien, heißt es in der Lukas-Passion.
Im ersten Abschnitt wird dann darauf hingewiesen, dass sich nichts wirklich lange verbergen und geheim halten lässt. Alle Versuche totalitärer Staaten, das Christentum zum Schweigen zu bringen, dürfen als gescheitert betrachtet werden.
Der zweite Abschnitt verfolgt einen anderen Gedanken: Wenn meine Wahrnehmung vom Lichten und Guten bestimmt ist, wirkt sich das auf mein ganzes Leben aus. Wenn ich mich der Botschaft Jesu öffne, wird das mein Leben erhellen. Das Licht der Botschaft wird auch aus mir strahlen …-
Gisbert Greshake hat in seinem kleinen Büchlein „Gottes Willen tun“ (Freiburg 1984) sieben Regeln für gute Entscheidungen aufgestellt. Er betont, dabei, dass eine Regel allein nicht zum Ziel führt. Alle zusammen aber geben sie Sicherheit, eine gute Wahl getroffen zu haben.
Wir leben in einer anderen Zeit und Welt als Jesus. Aber unser Handeln sollte dem nicht widersprechen, was er als den neuen Weg vorgelebt hat.
Gott hat uns den Verstand gegeben, dass wir ihn gebrauchen. Er fordert nichts Unvernünftiges von uns.
Nur das Beste zu wollen, genügt nicht. Ich muss auch für die Mittel Verantwortung übernehmen und für das, was sich daraus ergibt, soweit ich es abschätzen kann.
Gute Entscheidungen geben auch ein gutes Gefühl.
Die eigenen Grenzen zu kennen und zu beachten ist der Anfang der Weisheit.
Meistens sollen wir nicht die Welt verändern, sondern kleine Schritte tun.
Die Meinung anderer zu hören, erweitert meinen Horizont und kann mich davor bewahren, mich zu verrennen.